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| Kantorei St. Michael Mondsee | |||
| WAS WIR WOLLEN Was kann ein engagierter Kirchenchor im Mondseeland, so fern am Rande Oberösterreichs, dass manche meinen, die Gegend gehöre zu Salzburg, was kann also ein solcher Laien-Kirchenchor an Programmaktivitäten entwickeln, um der Region optimal zu nutzen? Zumal, wenn dieser Chor das Glück hat, von einem professionellen Musiker geleitet zu werden, der tagsüber als Vizerektor der Universität Mozarteum mühevoll den Boden dafür bereitet, was er als den Sinn solcher Arbeit sieht: dass Menschen unter den jeweils gegebenen Umständen die bestmögliche Musik zu machen befähigt werden. Nach der Übernahme des Kirchenchores im Jahr 1991 durch Mag. Gottfried Holzer-Graf - der damals neue Name “Kantorei Mondsee” war durchaus Ausdruck von Reformwillen -, war klar, dass sich die musikalische Tätigkeit des Chores nicht allein auf die Liturgie beschränken sollte. Unter Einbeziehung mannigfaltiger musikalischer Ressourcen im Mondseeland bis hin zur nahegelegenen Stadt Salzburg, wollte man in regelmäßigen Abständen auch mit Konzerten an die Öffentlichkeit gehen. Sowohl im Bereich der liturgischen als auch der konzertanten Musik stand und steht dabei immer das Bestreben im Vordergrund, auf möglichst ökonomische Weise effektiv zu handeln. Möglichst immer sollten also die Musikausübenden aus einem naheliegenden Personenkreis stammen - wobei unter “naheliegend” nicht immer nur “örtlich” zu verstehen ist. Die Musik, die zur Disposition steht, soll einen Bezug zum Kulturkreis haben, es soll Anknüpfungspunkte etwa aus dem Bereich des ehemaligen Klosters Mondsee, aus der Liturgie, aus der musikalischen Tradition der “Region” im weiteren Sinn geben. Wie von selbst ergibt sich dadurch die Affinität zu Mozart und Michael Haydn als hervorragende Salzburger Exponenten und zur Musik der Wiener Klassik. Die Beschäftigung mit (auch weitgehend unbekannter) klösterlicher Chorliteratur liegt nahe und wird in Abständen intensiv gepflegt. Sie befruchtet auf diese Weise die routinemäßige Chorarbeit. Der Umstand, dass die Orgel der Pfarrkirche Mondsee ein in Österreich einzigartiges Juwel französischer Orgelbaukunst darstellt, lässt im besonderen Literatur französischer Komponisten als “nahe” erscheinen. So kommt es, dass neben Bach und den Komponisten des süddeutschen Raumes nicht selten auch Musik von Grigny oder Clérambault erklingt. Wo beim ersten Hinsehen schwer ein Zusammenhang zu finden ist, wird im Kontext dieser Betrachtungsweise wohlüberlegte Absicht erkennbar. Auf solche Weise dem Mondseeland und seinen Bewohnern viele Bausteine seiner einstigen und noch immer aktuellen musikalischen Identität zu Füßen zu legen, erscheint uns eine reizvolle Aufgabe, für die es sich lohnt, die Fähigkeiten vieler - je nach Aufgabe auch unterschiedlich vieler - Mitwirkender zu fokussieren. |
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