Aktuelles aus der Kantorei

Messiah von Georg Friedrich Händel: Ein musikalisches Großereignis in der Basilika Mondsee am 27. Oktober 2019 um 18 Uhr

 

Eigentlich hatte sich der 56-jährige, gicht-kranke und von mehreren

Misserfolgen frustrierte Georg Friedrich Händel vorgenommen, sich zu schonen und für die neue Saison kein neues größeres Werk zu schreiben. Doch im Juli 1741 bedrängte ihn sein alter Librettisten-Freund Charles Jennens mit einem neuen Oratorien-Projekt. In einem Brief heißt es dazu:

„Ich hoffe, Händel wird sich überreden lassen und sein ganzes Genie und seinen ganzen Eifer daran setzen, dass dieses Werk größer wird als alle anderen Werke, die er bisher geschaffen hat. Denn auch das Thema ist größer als alle anderen Themen: der Messias.“

Händel weigerte sich freilich entschieden, ein neues Werk zu schreiben – und schon gar nicht für London, wo seine letzte Oper „Deidamia“ gerade durchgefallen war. Dann aber kam eine Einladung nach Dublin, mit einem Auftrag für ein neues großes Werk. Und plötzlich ging alles ganz schnell: In nur 24 Tagen war das neue Oratorium fertig – 259 Partiturseiten mit insgesamt 53 Musiknummern.

„Messiah“ ist ein Oratorium ohne Handlung. Die drei Teile – „Verheißung des Messias und Geburt Jesu“, „Passion und Auferstehung“ und „Erlösung“ – hatte der Textdichter ausschließlich aus (zumeist alttestamentarischen) Bibelstellen zusammengestellt, die das Geschehen eher reflektieren als darstellen: ein absolutes Novum. Das hinderte Händel nicht daran, in den Arien alle Register seiner Opernerfahrung zu ziehen.

Entsprechend groß war die Wirkung der Uraufführung in der Dubliner Music Hall, wie der „Dublin News-Letter“ berichtete:

„Dieses Oratorium übertrifft bei weitem alles, was je in dieser Art in diesem oder einem anderen Königreich aufgeführt worden ist. Worte vermögen die Ergriffenheit des Publikums nicht auszudrücken.“

Dieses Erlebnis wünschen wir auch Ihnen: am 27.10. 2019 um 18h die Möglichkeit, den „Messias“ in der Basilika Mondsee zu erleben. Erstklassige Solisten wie der Gewinner des Leipziger Bachwettbewerbs Matthias Winckhler (Bassbariton), der vom ORF als vielversprechender Newcomer unter den Operntenören bezeichnete Johannes Bamberger, die in Basel reüssierende Sopranistin Tetiana Dyiu und die Mezzosopranistin Reinhild Buchmayer werden Sie durch die Geschichte Christi berührend und aufregend leiten. Die (sage und schreibe) 20 großen Chorsätze übernimmt die Kantorei St.Michael Mondsee. Es musiziert das Consortium Lunaelacence in originaler Stimmung unter der Leitung von Gottfried Holzer-Graf.

In der Pause kümmern sich die Damen und Herren vom Fachausschuss „Feste und Feiern“ um Ihr leibliches Wohl. Sichern Sie sich für dieses außergewöhnliche Erlebnis Karten im Vorverkauf im Klosterladen oder bei der Trafik Schwaighofer. Wir freuen uns auf Sie!

Zum Nachlesen: BachZeit 2019

Jauchzendes Ergötzen bei der BachZeit 2019

Das feierliche Eröffnungskonzert am 11. August, diesmal unter dem Motto des fröhlichen Jubels und Gotteslobes, stellt mit der Solokantate
„Jauchzet Gott in allen Landen“ BWV 51 eine der bekanntesten Kantaten Johann Sebastian Bachs  in den Mittelpunkt.

Mit der schottische Sopranistin Electra Lochhead übernimmt eine der vielversprechendsten Newcomerinnen die Partie des Solosoprans. Matthias Winckhler, der  vor Jahren  auch in der Basilika Mondsee erste solistische Auftritte hatte und inzwischen als international gefragter Bassist gilt, und Alexander Hüttner, in der Salzburger Barockszene etablierter Tenor, ergänzen das Solistentrio der weniger geläufigen Kantate „Ich lebe, mein Herze, zu Deinem Ergötzen“ BWV 145.
Die eher unbekannte Bachsche Fassung eines „Sanctus“ von Johann Caspar von Kerll  BWV 241 und das beseelte Doppelkonzert für Violine und Oboe  BWV 1060 runden das Programm ab.
Das Consortium Lunaelacense und die Kantorei  St. Michael Mondsee musizieren unter der Leitung von Gottfried Holzer-Graf.

Zum Nachlesen:

Orgel.Punkt.

Neues Orgelfestival in Mondsee

 

Vorhang auf für die Mondseer Orgeln!

 

Mondsee hat sechs Orgeln, wunderbare Orgeln, jede für sich ein eigener Charakter, ein spezieller Klang.

 

Die große Festorgel in der Basilika:

Sie spricht französisch, das Französisch des 18. Jahrhunderts. Und auch ein bisschen Deutsch, denn sie stammt aus dem Elsass. Gebaut nach den Prinzipien des berühmten Andreas Silbermann, integriert sie dennoch das ursprüngliche Pfeifenmaterial von Christoph Egedacher von 1676. Ein Unikat in Österreich!

 

Das große Orgelpositiv in der Basilika:

Eine diensteifrige Begleiterin für SängerInnen, fahrbar und beweglich, verlässlich und robust und auch sie: französisch.

 

Die kleine Truhenorgel in der Basilika: 

Weit spezieller, ein bisschen italienisch, kann sie wunderbare filigrane, verspielte Töne von sich geben, und das in drei verschiedenen Tonhöhen. Eine klein Diva.

 

Für den Betchor bestimmt, zwischengelagert auf der Empore, die kräftig-herbe kleine Schwester der großen Orgel. 

In ihrer mitteltönigen Stimmung wirkt sie je nach Tonart einmal besonders gespannt, einmal ganz wunderbar entspannt.

Original und originell eben!

 

Die Orgel in St. Lorenz:

Eine kraftvolle, ehrliche Elsässerin, die durchaus funkeln kann, aber auch eine gehörige Schärfe zu vermitteln vermag.

 

Die Mauracher - Orgel auf dem Hilfberg:

Eine Salzburgerin in Alttracht, voluminös mit vielen dunklen Grundstimmen - und mit liebenswertem Klappern, sozusagen unfreiwilligem Schlagwerk. Alles, was eine gestandene Kirchenorgel im ausgehenden 19. Jhd. können sollte, schafft dieses Instrument.

Neuer Ehrenringträger in der Pfarrgemeinschaft Mondsee

Am Pfingstsonntag 2019 erhielt Univ. Prof. Mag. Gottfried Holzer-Graf den Ehrenring in Silber für ganz besondere Verdienste um die Pfarrgemeinschaft St. Michael Mondsee.

Pfarrer Dr. Ernst Wageneder überreichte den Ring und dankte herzlich für die vielen großartigen musikalischen Gestaltungen der Festgottesdienste, für die unzähligen Proben, für die wunderbaren Konzerte und für den häufigen ehrenamtlichen Einsatz in der Pfarrgemeinschaft.

Probentag am 9.3.2019

Konzert- und Jahresprogramm 2019

 

Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen.

Hugo von Hofmannsthal

Die Kantorei St.Michael Mondsee verändert sich

Unser letztes Jahr war voll von Erlebnissen musikalischer und nicht musikalischer Art: das Pleno der Kantorei hat 14 Gottesdienste und 30 Requien gestaltet, dafür 38 mal geprobt, das Ensemble musizierte in vier Messen, einem Requiem, zwei Vespern und drei Konzerten. Wir haben einige runde Geburtstage gefeiert und einen gemeinsamen Ausflug gemacht – viel gemeinsames Leben, viel Freude miteinander, viel Arbeit wohl auch.

Unser letztes Jahr, das Jahr 2018, ist nun wirklich auch unser letztes Jahr in dieser Formation. Mit dem Abschied von Gottfried Holzer-Graf als verantwortlichem Kirchenmusiker wird auch die Kantorei sich verändern: der neue Mann für die Musik, Florian Moskopf, wird einen Chor unter neuem Namen gründen, der natürlich für alle offensteht, die gern (weiter) in der Kirche singen möchten. Es wird wohl Abschiede geben, einige SängerInnen der Kantorei möchten altersbedingt aufhören, neue SängerInnen werden zum neuen Chor hinzukommen.

Das Ensemble der Kantorei, das ja schon bisher mit Spezialaufgaben in der Liturgie betraut war, hat sich entschieden mit Gottfried Holzer-Graf weiter zu machen. Zwei Messen, eine Vesper und vier Konzerte sind für 2019 geplant, nun eben als „Kantorei St. Michael Mondsee“.

Abschiede sind traurig, wenn etwas zuende geht, was so viel Leben und Freude ausgemacht hat. Auch wir sind traurig. Das können wir gar nicht verhehlen. Aber wir sind auch dankbar für die gute gemeinsame Zeit, für die vielen Jahre, für wunderschöne Musik, für die gute Zusammenarbeit mit der Pfarre. Und wir alle sind froh, dass es doch auch weitergeht, wenn auch anders: im neuen Kirchenchor. Und mit der neuen „Kantorei“.

Mit herzlichem Dank an alle unsere Freunde!

Eure Kantorei

Impressionen 2018

Impressionen 2018.pdf
PDF-Dokument [659.1 KB]